In vino sanitas

Weintrinker werden seltener dement

    Moderater Alkoholkonsum reduziert das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse. Ob Bier, Wein und Schnaps auch vor Demenz schützen, wurde in Dänemark untersucht.

    In der 1976 initiierten Copenhagen City Heart Study wurden die Teilnehmer u. a. zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Zwischen 1991 und 1994 konnten 1709 inzwischen über 65-Jährige mit dem MMSE getestet werden. Bei 40 Probanden wurde eine Alzheimer- Demenz, bei 15 eine vaskuläre Demenz und bei 17 eine Demenz unbekannter Ursache diagnostiziert.

    Moderater Weinkonsum (< 15 Drinks pro Woche) reduziert das Demenzrisiko signifikant. Dagegen führt Biergenuss zu einem leicht

erhöhten Demenzrisiko. Hochpro- zentige alkoholische Getränke zeigten keinen Einfluss.

FAZIT: Nicht der Alkoholkonsum an sich, sondern bestimmte Inhaltsstoffe des Weins bieten offenbar einen Schutz vor Demenz.

Quelle:
Truelsen T et al.: Amount and type of alcohol and risk of dementia. The Copenhagen City Heart Study. Neurology 59/2002 1313-1319-Brust JCM: Wine, flavonoids, and the “water of life”. Ebd. 1300-1301

KOMMENTAR:

Grundsätzlich ist Alkohol neuro- toxisch. Mäßiger Alkoholkonsum soll aber nicht nur vor kardiovaskulären Ereignissen, sondern auch vor Demenz schützen. Unter den Alkoholika war Wein, speziel Rotwein, besonders protektiv. In der vorliegenden Studie reduzierte nur Weinkonsum das Demenzrisiko.

Da Wein antioxidativ wirkende Flavonoide enthält, ist diese Wirkung weniger dem Alkohol als anderen Inhaltsstoffen zuzuschreiben.

 

M E D I Z I N

Präventive Maßnahmen bei demenziellen Erkrankungen

    Verfasser: Christoph Laske, Carmen Morawetz, Gerhard Buchkremer - Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Tübingen und Henning Wormstall - Psychiatriezentrum Breitenau Schaffhausen, Schweiz.

    Wöchentlicher Weinkonsum vermindert im Vergleich zu einer abstinennten Kohorte das Demenzrisiko um mehr als die Hälfte (50) (relatives Risiko 0,33). Dies ist das Ergebnis einer Fallkontrollstudie mit 1700 Personen.

    In einer prospektiven Rotterdamer Studie mit 7983 Probanden, (Alter > 55 Jahre) und durchschnittlich sechs Jahre Beobachtungszeit, verminderte leichter bis mäßiger Alkoholkonsum (ein bis drei Gläser ...) im Vergleich zu abstinenten Personen das Demenzrisiko unterschiedlicher Genese (relatives Risiko 0,58; 95-Prozent-KI: 0,38 bis 0,90).

     Auch das Risiko für eine vaskuläre Demenz scheint erniedrigt (relatives Risiko 0,29; 95-Prozent-KI: 0,09 bis 0,93).

 Ein leichter bis mäßiger Alkoholkonsum scheint sich auch hinsichtlich der Entwicklung einer Demenz vom Alzheimer-Typ protektiv auszuwirken (34). Bei den genannten positiven Ergebnissen sollten allerdings nicht die möglichen Folgekrankheiten eines regelmäßigen Alkoholkonsums wie äthyltoxische Enzephalopathie, Polyneuropathie oder Leberschädigung vergessen werden.

Auch können spezielle mit moderatem Alkoholkonsum einhergehende Lebensgewohnheiten, wie die Art der Ernährung, eine zusätzliche Rolle spielen.

Auszug aus dem Deutschen Ärzteblatt vom 20. Mai 2005, Jg. 102, Heft 20, Seite A1452, Abs. 2

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